Freitag, 26. Dezember 2014

Buch #4: Der Name der Rose

Originaltitel: Il nome della rosa
Autor: Umberto Eco
Erscheinungsjahr: 1980

Handlung: Im Jahr 1327 reisen der Franziskanermönch William von Baskerville und der Novize Adson von Melk in ein Benedektinerkloster in Italien. Eigentlich, um eine Gesandtschaft des Papstes zu treffen und brisante theologische Streitfragen zu schlichten. Doch schon kurz nach der Ankunft wird William gebeten, eine mysteriöse Mordserie im Inneren des Klosters aufzudecken und den Mörder dingfest zu machen.

Positive Eindrücke: Ganz gleich, ob man das Buch mag oder nicht, aber die extrem hohe Authentizität fällt sofort auf und man hat wirklich das Gefühl, sich im Italien des Spätmittelalters zu finden, als Fragen theologischer Natur noch die Gedanken der weltfremden Mönche beschäftigt haben. Immer öfter hatte ich das Gefühl, von Namen, Zahlen und Fakten regelrecht erschlagen zu werden, aber das spricht irgendwo auch wieder für den Autor und man kann sich kaum vorstellen, wie intensiv seine Recherche gewesen sein muss.

Negative Eindrücke: Wie oben bereits kurz angeschnitten fühlte ich mich sehr schnell von zahllosen Namen und Fakten erschlagen und konnte im späteren Verlauf kaum mehr die Namen der Mönche untereinander unterscheiden. Wer war der Blinde gewesen, wer der Cellerar, Bibliothekar, wer waren die ersten Opfer gewesen? Ständig wird auf verschiedene Religionsgemeinschaften, bedeutende katholische Persönlichkeiten und wichtige Stellen aus der Bibel verwiesen, ja, sogar ganze Bibelverse auf Latein werden zitiert. Da ich nicht religiös erzogen wurde und mit derartigen Themen wenig anfangen kann, fand ich nur schwer einen Zugang zu diesem Buch.

Meine Meinung: Die Mordserie wird ziemlich clever aufgelöst und hat einen  unvorhergesehenen Täter, dessen Motiv aber zugegebenermaßen etwas lächerlich ist. Jedoch hörte er von Williams Theorien und führte die folgenden Morde so aus, dass Williams Theorien weiter unterstützt wurden - sehr klug gemacht. Aber leider konnte ich mit dem Rest nur wenig anfangen, die Gründe sind oben aufgeführt. Das Buch war sehr erfolgreich und zog eine Verfilmung nach sich, mich konnte es jedoch nicht begeistern.

Version: E-Book in Deutsch

Samstag, 6. Dezember 2014

Buch #3: Farm der Tiere

Originaltitel: Animal Farm
Autor: George Orwell
Erscheinungsjahr:1945

Handlung: Die Tiere auf der Herren-Farm sind unzufrieden und beschließen, die Besitzer ihrer Farm zu vertrieben. Das Ziel ist, einen Bauernhof zu schaffen, wo alle Tiere gleich sind und keine ihrer Produkte an Menschen verschwendet werden müssen. Doch schon bald übernehmen die Schweine als die intelligentesten Tiere der Farm die Kontrolle und bauen über die Jahre eine Diktatur auf, die schrecklicher ist als die, von der sie sich losgelöst hatten.

Positive Eindrücke: Das Buch ist sehr einfach geschrieben, sind durch kurze Sätze und einfache Ausdrücke geprägt und wäre auch für ungeübte Leser eine optimale Lektüre. Sehr hervorzuheben ist die Tatsache, dass die Handlung aus der Sicht der Tiere passiert, aber immer sehr allgemein und distanziert ist, sich also nicht auf ein bestimmtes Tier beschränkt.

Negative Eindrücke: Es ist schwierig, in einem so guten und wichtigen Buch einen negativen Aspekt zu finden. Vielleicht die unbekümmerte Art, mit der schreckliche und grausame Dinge passieren und dass der Leser akzeptieren muss, dass die Tiere ohne weiteres sämtliche Lügen hinunterschlucken, oft ohne nachzudenken.

Meine Meinung: "Farm der Tiere" ist ein Buch, das mich auch Tage später noch nicht losgelassen hat. Das Buch beginnt fröhlich, alle Tiere freuen sich auf die gemeinsame Zeit, in der sie endlich frei sind. Langsam werden die Tiere von den Schweinen versklavt und betrogen. Es werden Staatsfeinde erfunden, denen die Schuld an Missernten und Unglücken zugeschrieben werden. Die sieben Gebote, die zu Beginn der Herrschaft aufgestellt werden, werden nach und nach geändert oder angepasst. Anfangs wird versprochen, dass pensionierte Tiere eine eigene Koppel bekommen, doch das wird im Laufe der Jahre gestrichen und die Tiere müssen bis zu ihrem Tod hart arbeiten und hungern, während die Schweine im Farmhaus leben, Alkohol trinken und Karten spielen. Besonders das Schicksal von Pferd Boxer hat mich berührt: Anstatt wie versprochen in ein Krankenhaus gebracht und dort gepflegt zu werden, kommt ein Abdecker vorbei und nimmt ihn mit. Der Tumult, der dann bei den anderen Tieren entsteht, wird niedergeschlagen und Ausreden erfunden. Es ist ein Buch, das ich als Pflichtlektüre in jeder Oberstufe empfehlen kann, denn es zeigt die Schrecken der Diktatur auf und schockiert.

Version: E-Book in Deutsch