Sonntag, 12. April 2015

Buch #6: Unterwegs

Originaltitel: On the Road
Autor: Jack Kerouac
Erscheinungsjahr: 1957

Handlung: Sal Paradise und sein bester Freund Dean leben das Leben nach dem Motto "Sex, Drugs 'n' Jazz" und reisen kreuz und quer über den nordamerikanischen Kontinent, immer auf der Suche nach wilden Parties und neuen Erfahrungen.

Positive Eindrücke: Das Fernweh, das der Protagonist Sal scheinbar ständig verspürt, war für mich bis zu einem gewissen Teil nachzuvollziehen. Der Gedanke, sich einfach von allem lossagen zu können, um einfach nach San Francisco zu trampen, ist zu schön. Wilde Parties, verrückte Sachen, das alles weckte die Abenteuerlust in mir...

Negative Eindrücke: ... aber das hatte seine Grenzen. Sals und Deans unstillbare Gier nach dem Leben wurde mir irgendwann zu viel. Außerdem ging mir Dean auf Dauer gehörig auf den Wecker und in der Realität würde ich mit so einem Irren nichts zu tun haben wollen. Die Reisen scheinen alle keinen Sinn zu haben, sie fahren einfach in der Gegend herum, und genauso sinnlos und abrupt endet das Buch auch.

Meine Meinung: Ich hatte zwar durchaus meinen Spaß beim Lesen, aber es waren auch viele ermüdende Stellen dabei. Besonders die letzten Reisen waren alle sehr redundant. Von New York nach New Orleans, nach San Francisco, über Denver wieder zurück nach New York, und im Frühling fängt das Spiel von vorne an. Mal trampen sie, mal fahren sie mit dem Bus, mal mit einem von Dean gestohlenen Auto. Dean hat am Ende vier Kinder von drei Frauen und ist immer noch unterwegs, als würde er vor seinem Leben davonlaufen. Die Frauen werden diskriminiert, Afroamerikaner und Homosexuelle diffamiert. Ja, es war eine andere Zeit, aber solche Kleinigkeiten regen mich auf. Und die Tatsache, dass Sal seinem Gott Dean immer wie ein Schoßhund hinterherrennt und sofort springt, wenn Dean irgendwas vorhat. Leider kann ich nicht verstehen, warum "Unterwegs" so ein wichtiges Buch der modernen US-amerikanischen Literatur ist, ähnlich wie bei "Fänger im Roggen".

Version: E-Book in Deutsch

Dienstag, 7. April 2015

Buch #5: North and South

Originaltitel: North and South
Autor: Elizabeth Gaskell
Erscheinungsjahr: 1854

Handlung: Als der Vater seine Arbeit als Landpfarrer aufgibt, muss die Familie Hale in eine unpersönliche und dreckige Industriestadt in den Norden ziehen. Margaret Hale, die einzige Tochter, vermisst ihr Zuhause, findet aber schnell Freunde und gerät in einen Streik der Weber gegen ihre Dienstherren, die ihnen die verlangte Lohnerhöhung nicht auszahlen wollen und mit Trotz und Unnachgiebigkeit reagieren. Einer dieser Dienstherren ist Mr. Thornton, der Besitzer einer Baumwollspinnerei, der sich zu Margaret hingezogen fühlt, diese sieht in ihm aber nur den unnachgiebigen Dienstherren. 

Positive Eindrücke: Das Elend der Arbeiter zu Beginn der Industriellen Revolution wird sehr gut geschildert; man gewinnt einen guten Einblick in die Gedanken und die Gefühlswelt des Mr. Thorntons und seiner willensstarken Mutter; weiters behandelt die Autorin die Probleme, die in einem Streik zwischen Arbeitergeber und -nehmer entstehen können, auch die Schattenseiten davon.

Negative Eindrücke: Die Schilderung der Londoner Verwandtschaft und bei Festen bei den Thorntons sind mit viel wirtschaftlichen Know-how vollgestopft, was mich persönlich nicht sehr interessiert hat.

Meine Meinung: Ich bezeichne das Buch immer gerne als "Stolz und Vorurteil" mit mehr Tiefgang, da ich den Hintergrund des Streikes während der Industriellen Revolution sehr interessant fand. Und doch ist da im Hintergrund noch die Liebesgeschichte zwischen Margaret und Mr.  Thornton, deren Probleme, ähnlich wie bei Elizabeth Bennet und Mr. Darcy, lange auf blöde Missverständnisse basieren. Aber am Ende finden die beiden zusammen und alles ist gut, auch wenn vorher leider viele liebgewonnene Charaktere ihr Leben lassen mussten. Margaret ist eine kluge Person, die den Leser nicht langweilt, und man gewinnt einen Einblick in Mr. Thorntons Gefühlsleben, was ich besonders spannend fand. 

Version: E-Book in Deutsch